„Ein gemeinsames Haus“ – Skulptur und Fotografie 

Herbert und Valentina Stehle, Werkforum Dotternhausen

72359 Dotternhausen, zwischen Balingen und Rottweil

22. Juli – 14. Oktober 2012

Eröffnung: Sonntag, 22. Juli, 11 Uhr

Einführung: Günter Graf 

Improvisationen am Flügel: Günter Sopper

Die Künstler sind anwesend.

 

Sondertermin: Sonntag, 7. Oktober, 11 – 17 Uhr Tag der offenen Tür im gesamten Bereich der Firma Holcim. Herbert Stehle ist anwesend.

 

www.holcim-sued.de

Fotos der Ausstellung

Laudatio von G. Graf

 

Es gibt die Skulpturen in Beton, Holz und Eisen von Herbert Stehle. Es gibt die Fotografien von Valentina Stehle, seiner Tochter. Dadurch entsteht ein spannender Dialog zwischen Zwei- und Dreidimensionalität,  zwischen unterschiedlicher  Auseinandersetzung mit dem Thema Haus, zwischen Objekt und Bild,  zwischen Vater und Tochter.

Herbert Stehle zeigt bildhauerische  Arbeiten aus der Werkgruppe „Häuser“. Wesentlich für sein Schaffen über mehr als ein Jahrzehnt ist das Motiv des Hauses. Es sind elementare Formen und einfache Flächen, klare Massen in äußerster Reduzierung. Gelegentlich stehen sie auf abenteuerlichen Auftürmungen, sind auf einem Platz ausgerichtet oder sind Teil eines angedeuteten Raums. Treppen treten oft als eigenständiges Element auf, das nicht hinführt oder gar vor der Wand endet. Die „Häuser“ sind keine Häuser, es sind Objekte, die jedem Gebrauchswert entzogen sind. Es sind körperhafte Zeichen, kein Modell und keine Architektur, in die man hineingehen kann. Das Thema „Behaustsein“, das er mit seinen Häusern gestaltet, hat den Künstler in den Bann gezogen. Haus kann Heimat genauso bedeuten wie das Gegenteil, Fremde oder Fremdsein.Seine Arbeiten sind sowohl großformatig wie kleinplastisch und es gibt wandgebundene Objekte. Sein bevorzugtes Material ist der Beton – der Betonguss, aber auch Holz und Eisen.

Valentina Stehle beschäftigt sich in der Fotografie in ihren Schwarz-Weiß-Serien mit Architektur. Architektonische Elemente wie Fenster, Fassaden und Türen werden aus ihrem Kontext, aus ihrem Entsehungsort, herausgelöst und entwickeln sich zu eigenen geometrischen Strukturen. Oberflächen, Innenräume, Licht, Schatten, Rhythmus und Gliederung werden zu grafischen Elementen.

In einer anderen, später entstandenen Werkgruppe werden in Farbfotografien Innenräume oder auch Stadträume gezeigt.  Durch Bewegung von Menschen oder Spiegelungen werden diese „gestört“ oder auch aufgelöst.Es ensteht ein Kontrast zwischen Schärfe und Unschärfe; zwischen Realität und Spiegelung.

Gemeinsame Arbeiten von Herbert und Valentina Stehle sind im Dialog entstanden. Dabei handelt es sich um kleinformatige Überdrucke, die in direkter Zusammenarbeit gemeinsam entwickelt wurden. Grundlage bei diesen Arbeiten sind Postkarten oder  Katalogblätter, die mit eigenen Fotomotiven mehrfach überdruckt wurden.